Reisen

Malta: Inselperlen zwischen Europa und Afrika

DSCF4139 (Large)Malta, Gozo, Comino – drei kleine Inseln irgendwo in der Weite des Mittelmeeres. Unterhalb von Italien und kurz vor Libyen. Und das Beste daran ist, dass Odysseus auch schon hier war. Schuld daran hatte die Nymphe Kalypso. Sie hat ihn nach Gozo gelockt und sieben lange Jahre gefangen gehalten. Eigentlich nicht schlecht, oder? Denn Gozo gehört zweifelsohne zum Paradies. Ebenso wie Malta und Comino. Um den Überblick zu bewahren, kann man sie alle drei auch ganz einfach nur Malta nennen.

Schnell ins Gespräch

Die Bewohner sprechen maltesisch, was ein wenig an Arabisch erinnert. Das ist die offizielle Sprache. An zweiter und dritter Stelle folgen Englisch und Italienisch. Englisch ist die zweite Amtssprache und es gibt zahlreiche Sprachschulen. Englisch lernen unter südlicher Sonne statt im verregneten England? Warum nicht! Malta ist nämlich auch fest in britischen Traditionen verwurzelt. Wegen der Malteserritter damals und den Briten, aber das ist eine andere Geschichte. Trotzdem: Die Einwohner kann man weder mit Engländern noch mit Italienern vergleichen. Sie sind authentisch. Eben typisch maltesisch! Ich fand sie aufgeschlossen, freundlich, kosmopolitisch. Mit Maltesern kommt man generell schnell ins Gespräch, habe ich mir sagen lassen. Während der Inseltouren, auf den Fähren oder abends in einer der zahlreichen Bars in der Hauptstadt Valletta. Und bei dieser Gelegenheit sollte man auch den guten Wein probieren. Inselwein, wohlgemerkt!DSCF4137 (Large)

DSCF4198 (Large)Kultur findet sich am besten in Valletta, der Hauptstadt, Rabat oder Mdina, der alten Hauptstadt. Und natürlich in den so genannten „Drei Städten“, die man am besten auf einer „Dghajsa“ quer über das Große Hafenbecken – den Grand Harbour – hinweg erreicht. Nach ein wenig Jet Set-Flair am Jachthafen von Vittoriosa geht es hinauf in die Altstadt zum historischen Fort Rinella und in die verwinkelten Gassen von Senglea und Cospicua. Und wem der Aufstieg zu anstrengend ist, dem kann Kris Rycken und mit seinen Rolling Geeks weiterhelfen. Davon war sogar UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begeistert. Aber auch das ist wieder eine andere Geschichte!

Von Palästen und einer Chefköchin

Zurück in Valletta. Hier fühlte ich mich wie auf einem Schiff. Von sämtlichen Ecken und Enden der Stadt konnte ich aufs Meer blicken. Und das Vintage-Gefühl gibt es gleich mit. Vorbei an alten Palästen und Stadthäusern ging es zu den urigen Bars und Kneipen. Und in den alten Palästen kann man sogar wohnen. Die Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert wurden stilgerecht renoviert und zum Teil mit Originalmöbeln ausgestattet.DSCF3970 (Large)

Der Palazzo San Pawl ist einer von diesen hübsch hergerichteten Stadtpalästen. Und nicht nur in Gehweite zur meiner Ansicht nach schönsten Kathedrale von Malta, der St. John´s Co-Cathedral, gelegen sondern auch in unmittelbarer Nähe zu den Upper Barracca Gardens und guten Restaurants.DSCF4121 (Large)

Wie zum Beispiel die in der Strait Street. Vor einem Jahr wurde Ramona Preca zur besten Chefköchin Maltas gekürt. Heute arbeitet sie gemeinsam mit ihrer Schwester Roberta im eigenen Restaurant „Palazzo Preca“. Sie und ihre drei Schwestern sind in der Gastronomie groß geworden. „Schon früh brachte uns unser Vater bei, Oliven, Kapern und Kräuter zu schneiden und Appetithappen anzurichten“, erinnert sich Ramona. Ansonsten spielten die Kinder in den engen Gassen der Stadt oder gingen am Hafen schwimmen.

Kultur und faule Strandtage

Mal abgesehen von den 7.000 Jahren Zivilisation, die Malta zu bieten hat, gibt es auch ganz banale Genüsse wie Wandern, Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen oder Segeln. Also auch richtigen Aktivurlaub oder faule Strandtage.DSCF4257 (Large)

In 25 Minuten erreicht die Fähre Maltas kleine Schwester. Auf Gozo gehen die Uhren anders. Langsamer. Die Insel ist noch relaxter, noch entspannter und noch bodenständiger. Ein Leihwagen bringt Euch zu den megalithischen Tempeln, einer UNESCO-Weltkulturerbestätte, die noch heute viele Rätsel aufgibt. Besinnung findet Ihr in der spirituell-religiösen Atmosphäre der Wallfahrtsbasilika Ta´ Pinu und auf dem dazugehörenden Pilgerweg, atemberaubende Ansichten habt Ihr beim durch Wind und Wetter bizarr geformten Felsen Azure Window in Dwejra. Außerdem könnt Ihr von einem Aussichtspunkt schon mal einen Blick auf die Blaue Lagune von Gomino werfen und Appetit auf eine Bootsfahrt bekommen.DSCF4466 (Large)

Von Victorias Zitadelle aus lässt sich Gozo im 360 Grad-Winkel erleben. Zahlreiche Weinbars laden zum Verweilen ein. Die kulinarischen Spezialitäten sind ein Genuss: Gemüse spielt eine wichtige Rolle, gewürzt mit Kräutern, Knoblauch und Kapern. Verschiedene Käsesorten werden als Vorspeisen angeboten, manchmal mit Insel-Honig. Nationalfisch ist die Goldmakrele, die als Gericht „Lampuki“ heißt. Bestellt Ihr „Fenek“, so bekommt Ihr Kaninchen, meist geschmort. Ist aber nichts für Vegetarier. Dagegen haben mir die „Pastizzi“ am besten geschmeckt. Das sind mit Ricotta oder Erbsenmus gefüllte Blätterteigtaschen, die man auch in vielen Straßenläden bekommt. Und die maltesische Version der Pizza ist die „Ftira“, ein frisches, deftig belegtes Fladenbrot.

Schon Odysseus mochte Kinnie! Oder nicht?

Kinnie ist die Inselvariante von alkoholfrei. Das bittersüße Orangenaroma der Kräuterlimonade kann durchaus süchtig machen! Am besten schmeckt das Getränk eiskalt. Also nicht vergessen: Landestypischen Wein, auf Malta gebrautes Bier und Kinnie probieren! Und dann selbst entscheiden, was einem gut tut! Oder eben in welcher Reihenfolge!

Und wenn Ihr auf dem Inselarchipel erst einmal begonnen habt, die Zeit zu vergessen oder zumindest den Alltag hinter Euch zu lassen, fällt die Rückkehr ins wirkliche Leben schwer. Ich zumindest habe mir die Frage gestellt, ob Odysseus tatsächlich gegen seinen Willen hier festgehalten wurde. Das glaube ich nämlich nicht. Ganz und gar nicht.DSCF4133

Fotos: Enric Boixadós

Weitere Inseltipps hier!

Die Autorin ist auf Einladung von Malta Tourism Authority gereist. Ihre Meinung ist aber wie stets ihre eigene.

 

5 replies »

  1. Malta ist wirklich schoen. Ich war mit meinen Kindern vor 22 Jahren da, unter anderem im Poppey village. Die Busfahrt allein war damals schon ein Erlebnis – einmal die ganze Insellaenge befahren. Die Busfahrer hatten fast alle einen Kaefig mit Voegeln im Bus und waren so gar nicht freundlich, das Busgeld musste abgezaehlt stimmen, aber der Fahrpreis war komischerweise immer ein anderer. Wenn mich nicht alles taeuscht gab es zu der Zeit nicht mal eine Ampel auf der Insel und dann Linksverkehr. Sobald wir ankamen haben wir uns gefuehlt wie in einer anderen Welt, Arbabischer mix, Sandsteingebaeude und rote englische Telefonhaeuschen. Lieben Gruss aus Montreal – Sabine

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