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Wenn die Sonne untergeht

„Glücklich ist, wer sich bei Sonnenuntergang auf die Sterne freut.

-Ludwig Adalbert Balling

Ich fuhr letztens knapp 20 Minuten mit der Ubahn – von Endstation zu Endstation und belauschte dabei ein Pärchen, das gegenüber von mir saß. In Wien ist es endlich Kalt geworden. Nachdem der Herbst größtenteils einfach übersprungen wurde, ging es von 20 Grad direkt runter auf 7 Grad. Die Sonne scheint meist den ganzen Tag, und ab und an gesellt sich auch ein wenig Nebel dazu. Für viele die den Winter nicht mögen, sollte das Wetter also doch passend sein: Kein Schnee, kein Regen und morgens nur leichter Frost auf den Scheiben. Doch diesem Paar war es einfach nicht Recht.

Frau: „Boah es ist schon voll kalt draußen.“
Mann: „Ja voll. Macht ur keinen Spaß jetzt draußen zu sein.“
Frau: „Ja was machen wir dann heute noch?“ (es war gerade 11 Uhr Vormittag)
Mann: „Weiß nicht. Jetzt waren wir eh eine Stunde draußen. Hauen wir uns auf die Couch“
Frau: „Ja voll. Wenn wir bei deiner Mum sind spielts dann eh schon [Serie XY]“
Mann: „Ja ur geil!“

(Kurze Pause)

Frau: „Aber raus müssen wir trotzdem wieder.“
Mann: „Wieso? Müssen wir heute noch was machen?“
Frau: „Wir müssen zu dir gehen.“
Mann: „Boah ja. Das Wetter ist echt scheiße. Die Sonne blendet mich“
Frau: „Der Winter ist echt scheiße.“
Mann: „Ja voll. Ich freue mich schon wenn wieder Sommer ist“ (blendet die Sonne einen da nicht?
Frau: „Ja da kann man endlich wieder draußen sein“
Mann: „Ja Boah, nur noch ein paar Monate dann ist der Scheiß vorbei.“

Die Unterhaltung ging dann noch einige Minuten weiter, aber es war eher nur eine Wiederholung von diesem Gespräch. Ich konnte das ganze einfach nicht verstehen. Wie kann man sich nur über so vieles beschweren? An diesem Tag, verbrachte ich den Abend auf dem Donauturm und konnte von dort einen Sonnenuntergang sehen, dessen Schönheit kaum zu übertreffen war.

„Glücklich ist, wer sich bei Sonnenuntergang auf die Sterne freut.

Ludwig Adalbert Balling

Dieses Zitat finde ich nicht nur passend – sondern wunderschön. Denn auf jeden Sommer folgt irgendwann ein Winter ( wenn man Frühling und Herbst kurzzeitig aus Acht lässt) und auf jeden Winter ein Sommer. Auf jeden Morgen folgt ein Abend. Und anstatt sich darüber zu beschweren, kann man doch einfach den Moment genießen und sich auf das freuen, was ist und das was folgt, oder?

sonnenuntergang.jpg

Keep your Head up – and your Heart strong.

8 replies »

      • mir kommen gerade auch wieder weitere (schöne) Gedanken. z.B. eine Fahrt an den Neusiedler See. Ich wollte mit meinem KUmpel Berge sehen – und nicht nur die Stadt Wien (wir waren auch schon reichlich pflastermüde) … Es trieb uns also nach Mörbisch u.s.w. – alles war super; das Essen, der Wein, die Fahrt über den Neusiedler See – doch: wo waren f*** nochmal die Berge (für die Österreich doch so bekannt ist) – vermutlich alle im Urlaub 😉 …. lieben Gruss vom CV

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