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Panikattacke

Mein Herz schlägt schneller. Mein Atem wird schneller. Was passiert um mich herum? Mir wird heiß. Ist hier jemand? Mein Herz schlägt so schnell, als würde es mir jeden Moment aus dem Brustkorb platzen. Mein Atem wird immer schneller. Ich habe Angst. Ich bin hellwach. Mir ist heiß, extrem heiß. Was ist hier los? Ich drehe mich ständig um. Niemand da. Ich habe panische Angst. Mir wird schwindelig.

So erging es mir bei meiner ersten Panikattacke. Mitten in der Nacht, ich würde wach weil jemand versuchte die Tür zu öffnen, zumindest glaube ich das. Nachdem der Lärm vorbei war, drehte ich mich auf die Seite und schloss die Augen. Mein Herz schlug schnell, aber ich dachte es lag am plötzlichen Erwachen. Doch dann ging es los:

Mein Herz schlägt schneller. Mein Atem wird schneller. Was passiert um mich herum? Mir wird heiß. Ist hier jemand? Mein Herz schlägt so schnell, als würde es mir jeden Moment aus dem Brustkorb platzen. Mein Atem wird immer schneller. Ich habe Angst. Ich bin hellwach. Mir ist heiß, extrem heiß. Was ist hier los? Ich drehe mich ständig um. Niemand da. Ich habe panische Angst. Mir wird schwindelig.

Einige Minuten -glaube ich- war der Spuk wieder vorbei. Ich überlegt kurz, was da gerade passierte. Ein Herzinfarkt? Unwahrscheinlich. Ein Nervenzusammenbruch? Mitten in der Nacht? Kam mir auch nicht sonderlich plausibel durch. Ich war erst vor kurzen beim Arzt und lies mich durchchecken. Ich bin keine Ärztin, doch nur mit dem Gedanken „Panikattacke“ konnte ich in diesem Moment was anfangen. Ich gebe es ehrlich zu – dieser Gedanke beruhigte mich ein wenig, weswegen ich eine halbe Stunde später auch wieder eingeschlafen war.2015-12-20 18.49.39

Here comes a moment, now it’s all changed
And now I realise what I’ve got to say
But if I say it, will you hear me?
‚Cause nothing good is ever easy

Am nächsten Morgen machte ich mir für denselben Tag noch einen Termin aus – ich nahm Hilfe in Anspruch. Er bestätigte meine selbstgestellte Diagnose. Also wirklich, eine Panikattacke. Wieso? Weshalb? Warum? Kommt das wieder? Ich stellte ihm vermutlich mehr fragen, als er mir. Er konnte mir in dem Moment nicht antworten. Also fingen wir an zu reden. Über meine vergangenen Monate, mein Leben. Ich spreche nicht gerne und lange über mich und meine Probleme, doch über sich selber wollte der gute Herr einfach nicht reden. Also redeten wir über mich. Das mein Leben voller Probleme, Stress, Hektik und gelegentlichen Dramen ist, ist nichts Neues, doch wieso dann so plötzlich?

I’ve been released but I can’t go
So I keep searching for the high road
And it might look perfect but believe me
Nothing good is ever easy

Die nächsten beiden Tage trafen wir uns wieder. Er lernte schnell, richtig mit mir umzugehen. Er prognostizierte mir auch, dass ich vermutlich bald wieder eine Attacke haben würde. Wir wetteten sogar darauf, er hat gewonnen. Samstagnacht kam ich nach Hause von einer Feier. Es ging wieder los. Es verlief nach genau demselben Schema wie beim letzten Mal:

Mein Herz schlägt schneller. Mein Atem wird schneller. Was passiert um mich herum? Mir wird heiß. Ist hier jemand? Mein Herz schlägt so schnell, als würde es mir jeden Moment aus dem Brustkorb platzen. Mein Atem wird immer schneller. Ich habe Angst. Ich bin hellwach. Mir ist heiß, extrem heiß. Was ist hier los? Ich drehe mich ständig um. Niemand da. Ich habe panische Angst. Mir wird schwindelig.

Scheiße. Nicht schon wieder. Ich rief ihn gleich am Sonntag an. Erzählte ihm von der Panikattacke. Er schlug sofort ein Treffen für den nächsten Tag vor. Er ist mehr oder weniger ein Freund, daher ging das alles so schnell. Wir trafen uns. Sprachen darüber. Er erzählte mir von seinem 3-Wöchigen Urlaub, den er morgen antreten würde. 3 Wochen? So lange? Wenn es so weiter geht, sehen wir uns nach 9 weiteren Panikattacken wieder! Er schlug mir vor Beruhigungstabletten zu nehmen. Ich lehnte ab. Ich mag Tabletten nicht. Vor allem jene, die mich verändern. Ich bin ein fröhlicher, glücklicher, aufgedrehter Mensch und möchte auch dieser Mensch bleiben!

Don’t keep looking back, losing track
Never seeing clearly
Lost in this or that, it’s a trap
Got to get out

Also schlug er mir vor, bewusst eine Panikattacke zu verursachen, um zu lernen damit umzugehen. Man sollte eigentlich den Grund für diese Panik finden, doch nachdem er 3 Wochen im Urlaub ist, war das schwer möglich. Ich willigte ein. Und auf einmal begann er mich zu beschimpfen, mich fertigzumachen. Zuerst dachte ich es wäre Spaß, doch er hörte nicht auf. In solchen Momenten, beginne ich immer zu zittern. Er wurde richtig aggressiv und ich bekam richtig Angst. Bis zu dem Moment, an dem alles wieder von vorne beginnt: Das Herzrasen, die Atmung, die Hitzewallungen, die Panik.

And try to save yourself
So you can find a way to save someone else
It won’t make any difference if we don’t all help
We all need help
(Woah)
You’ve got to save yourself
So you can find a way to save someone else
It won’t make any difference if we don’t all help
We all need help

Und das merkte er auch. Ganz plötzlich wurde er wieder der Mensch den ich kannte: „Schau mich an. Atme. Du bist in Sicherheit. You are safe. Atme. Das alles passiert nur in deinem Kopf. Kontrollier deine Gedanken. You are safe. Atme. Es wird dir nichts passieren. Kontrollier deinen Herzschlag und deine Atmung. Du bist in Sicherheit. Atme.“, sagte er zu mir und starrte mich dabei regelrecht an. Ich wurde ruhiger. Es dauerte ein wenig, aber es funktionierte. Wir spazierten weiter. Er erklärte mir, dass ich auf Alkohol, Nikotin, Koffein und Stress verzichten solle. Bis zu seiner Rückkehr, soll ich, sofern möglich, jede stressige Situation einfach meiden. Einfach gehen. Seit meiner letzten „ungewollten“ Panikattacke sind einige Tage vergangen. Ich habe es mehr oder weniger erfolgreich geschafft, diese selbst wieder aus der Welt zu schaffen. Ich sagte mir ständig „You are safe. You are safe. You are safe“. Denn ich bin in Sicherheit. Panikattacken kommen und gehen, doch man sollte unbedingt darüber reden um das eigentliche Problem herauszufinden.

Keep your Head up – and your Heart strong.

 PS: Das Lied ist von „Greg Holden“ und heißt: Save yourself. Ich fand es war irgendwie passend 😉

6 replies »

  1. Kenne ich leider auch. Die schlimmsten sind die mitten in der Nacht und beim einschlafen. Atmen hilft aufjedenfall, wenn man noch soweit denken kann. Diese Hitze dabei finde ich total krass, und eine zeitlang gings mir so das ich wenn ich zu schwitzen anfing Angst bekam das ne Panikattacke kommt. Inzwischen weiß ich das Sie vorbei gehen, das hilft. Und bewußt zu beobachten wie man in der Panik drin ist, hilft auch gut. Wenn es grade geht. Manchmal wenn Sie nicht so doll war hab ich EFT gemacht, hilft sehr gut, zur Not nehme ich Globuli Aconitum, super Kügelchen. Und ich nehme auch B12 und Vitamin D, auch Eisen, aber wenn ich zuviel Eisen genommen hab wurde die Panik stärker…der Körper ist ein sensibles System. Ich denke so attacken kommen nicht aus dem Nichts und sind ein Ergebniss von länger dauernden Sachen oder Triggern oder auch Vererbung (eigentlich gehört die Angst nicht Dir sondern kommt von deinen Vorfahren). Alles Gute Wünsch Ich Dir!

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  2. Ein spannendes Thema, mit dem ich mich persönlich auch beschäftigen durfte.
    Oft passiert es den Menschen an der Kasse, mir damals auch.
    Wenn man die Mechanismen einer solchen Attacke kennt, kann man sie regulieren lernen.
    Allerdings ist ja spannend warum sie auftauchen.
    Seit der Zeit, als wir noch gegen den Säbelzahntiger antreten mussten haben wir im Körper ein paar nützlichen Tools zum Überleben.
    Flucht, Angriff, Starre.
    Als verbunden mit einer sekundenschnellen Ausschüttung von Adrenalin etc., Muskelanspannung u.s.w..
    Frage ist nur, wer ist der Säbelzahntiger, der uns im Jetzt so in Panik versetzt.
    Wir leben in einer Gesellschaftsform, wo wir Gefühle wegdrücken, meistens irgendeine dämliche Rolle spielen.
    Gerade rund um Weihnachten und all den Familientreffen wird gespielt, was der Körper so drauf hat.
    Vielleicht sollten wir als erstes unsere Rolle durchleuchten und schauen, ob wir mit ihr fröhlich springend, frei und lustig, barfuß über einet große Wiese hüpfen können:-).

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