Reisen

Barcelona, let me go.

Ich habe mich verliebt. Mal wieder. Nicht in irgendwen oder irgendwas. In eine Stadt, in Barcelona. Ich war als Kind schon einmal in Barcelona, mit der Familie. Wie das so ist, verbringt man da die meiste Zeit in Museen, Kirchen und allen möglichen alten aber historisch und kulturell wertvollen Gebäuden. Vermutlich hatte ich deswegen kaum eine Erinnerung an Barcelona – Picasso, Gaudi und die ganzen Künstler sind ja alle schön und gut, aber interessierten mich als Kind überhaupt nicht. Ich glaub das war auch der Grund warum ich nie das Bedürfnis verspürte wieder nach Barcelona zu reisen.

I used to rule the world
Seas would rise when I gave the word
Now in the morning I sleep alone
Sweep the streets I used to own

Würde ein Freund von mir nicht in Valencia studieren, wäre ich vermutlich nicht nach Barcelona gereist. Zumindest nicht im Moment. Doch da die Dinge nun mal so sind wie sie eben sind, war ich in Barcelona. Um einen Freund zu treffen. Und es war definitiv die Reise wert.

Barcelona Strand

Den ersten Tag verbrachten wir zum Teil am Strand. Auf der einen Seite herrschte nämlich Panik, dass dieser Tag der schönste der Woche sein sollte. Ich glaubte nicht daran, da ich nach wie vor Optimist bin. Trotz dieser Panikmacherei, verbrachten wir eine lustige Zeit am Strand. Wir saßen da nun zu dritt, mit unserem Bier, ohne Bikini oder Badehose, da das ja eigentlich nicht wirklich geplant war. Doch so kann jeder Urlaub beginnen. Ein bisschen abschreckend war die Tatsache, dass unser Hotel im dritten Stock eines alten Gebäudes ohne Lift lag – aber nicht ein normales Gebäude. Gefühlt waren wir im sechsten Stock. Da jedes Mal aufs Neue raufgehen – war ein Sportakt, zumindest für mich.

I used to roll the dice
Feel the fear in my enemy’s eyes
Listen as the crowd would sing
„Now the old king is dead! Long live the king!“

Wir spazierten jeden Tag durch die Stadt, auf der Suche nach Essen, Kultur, Spaß, oder Geschäften. Oder einfach nur um zu Spazieren. Am dritten Tag hatte ich bereits das Gefühl, ich würde einen Berg besteigen so sehr taten meine Beine von den Stiegen und dem Spazieren weh. Ich gebe es aber zu, ich liebe diesen Schmerz oder eher Muskelkater. In jedem Urlaub bekomme ich ihn, einfach weil ich mich so viel an der frischen Luft bewege. Wunderschönes Gefühl. Vorallem im gotischen Teil der Stadt, sind lauter kleine Gassen mit Pflastersteinen. Sie sind eng, aber wunderschön. Wie da die Autos durchpassen weiß ich nicht, aber der Fahrstil der Spanier ist auch nicht mit dem der Wiener zu vergleichen. Da die Taxis größtenteils alle schon Elektroautos sind, hört man sie einfach nicht – also bei Straßen muss man doppelt und dreifach aufpassen!

Aussicht

Die Stadt hat einfach etwas besonderes. Nicht nur die Architektur, einfach alles. Auch die Clubs sind naja, teilweise speziell. Pascha hat jetzt nicht wirklich was besonderes zu bieten, ein normaler Club, übertriebene Preise und die Gäste sind eher Touristen aus der ganzen Welt. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen da hin zu gehen – einfach aus dem Grund weil ich dachte Pasche gibt es nur in Ibiza. Auf dem Mainfloor gab es Gogotänzer. Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, ich war mir teilweise nicht sicher ob es sich um eine Tänzerin oder einen Tänzer handelte. Und ab 3 oder 4 Uhr Morgens waren nur noch Männer da. An und für sich ja kein Problem, nur da wir mit einem Freund da waren, wurde er die ganze Zeit blöd angemacht da er ja zwei Frauen für sich „reservierte“. Also wirklich, Frauen reserviert man nicht. Aber gut, es dauerte nicht lang und wir gingen auch, da es ihm zu viel wurde.

One minute I held the key
Next the walls were closed on me
And I discovered that my castles stand
Upon pillars of salt and pillars of sand

Der andere Club jedoch – Nasty Garage glaub ich – ist am Montag genial. Es gibt 2 Floors, einen der eher Richtung Rock/Alternativ/Indie/Mainstream und einen der eher Electro/Minimal/Techno ist. Die Mischung fand ich a lustig, weil man hatte lauter Grundverschiedene Menschen im Club. Da fühlte ich mich wirklich sehr wohl. Am Rockfloor ging es auch lustig zu, mir wurde ein direktes Sexangebot gemacht, das ich jedoch verneint habe, obwohl ich die Courage von diesem Gartenzwerg doch sehr imponierend fand. Später, dachten sich 4 Männer mir wäre das Tanzen nicht spannend genug und beschlossen wie einem kleinen Kind, mir die Nase zu stehlen. Also wirklich, wissen die nicht wie man sich ohne Nase fühlt? 😉

Den Abend beendeten wir einfach nur wunderschön. Wir gingen zum komplett verlassenen Strand und bestaunten den Sonnenaufgang, und untermalten die Situation mit „Circle of Life“ von Elton John. Ein mega kitschiger, lustiger Moment.

Sonnenaufgang

For some reason I can’t explain
Once you go there was never
Never an honest word
And that was when I ruled the world

Ich glaub das war der Tag an dem ich anfing diese Stadt zu lieben. Alles war so einfach, so locker, so lustig und unkompliziert. Und das Essen. Also ich liebe essen ja wirklich, und dort war es einfach nur grandios. Mein Sandwich das ich beim Sonnenaufgang zum Frühstück hatte, war so gut, ich träume noch immer davon. Und wenn Ihr mal Barcelona besucht, geht nicht in die typischen Lokale bei Sehenswürdigkeiten, die sind wie überall sonst nur überteuert und auch nicht so gut. Spaziert durch die Gassen und Ihr werdet versteckte Plätze und tolle Lokale finden. So wie „Cervecería Catalana“ – ein Tapas-Restaurant, bei dem man Abend mit einer Wartezeit von locker einer Stunde rechnen kann – es lohnt sich jedoch.

Avocado-Salat Es wird alles frisch zubereitet, ist nicht wirklich teuer und der Himmel auf Erden. Hier ist ein Bild von meinem Avocado-Nudel Salat, den ich heute probieren werde nachzumachen. Angeblich sind die Meeresfrüchte dort der Hit – was ich nicht beurteilen kann, da ich keine Meeresfrüchte mag. Weil wir das Restaurant so toll fanden, waren wir gleich zwei Mal dort, öfter ging es sich leider nicht mehr aus.

It was the wicked and wild wind
Blew down the doors to let me in
Shattered windows and the sound of drums
People couldn’t believe what I’d become

Das was mich ein wenig trübsinnig macht, leben könnte ich dort nicht. Jedes Jahr ein Urlaub dort – bestimmt. Ich lernte zu viel über die Schattenseiten – eine Studentin die Erasmus dort macht, und den ganzen lieben langen Tag nur kifft, da es dort „Clubs“ gibt denen man beitreten kann und wo man halt dann raucht. Sie hat gleich 3 davon in ihrer Straße. Wenn man das einmal weiß, sieht man schnell das es sehr viele gibt die irgendeinem Club angehören. Da ich keine Drogen konsumiere und auch nicht damit beginnen will, glaube ich könnte die Stadt einen schlechten Einfluss haben.

IMG-20150410-WA0027 Sagrada Familia

Wenn Ihr könnt, nehmt an einer „Gratis-Tour“ teil – das sind Führungen, wo man am Ende einfach nur ein bisschen Trinkgeld gibt, aber eine professionelle und sehr lustige Führung dafür bekommt. Wir hatten einen amerikanischen Führer und es war wirklich sehr witzig. Das er zwischendurch Werbung für andere Angebote der Firma machte – muss man halt in Kauf nehmen – störend war es aber nicht. Er gab auch Tipps wo man Essen sollte – wie man Fahren sollte – und was man sehen sollte. Tibidabo ( eine Art Aussichtspunkt, wo man mit der Bahn hinfahren sollte. Die mega-Sportler können auch zu Fuß rauf wandern, wie ließen und mit der mini-Bahn rauf führen. Das zweite Bild zeigt die Aussicht die man von da oben hat.

IMG-20150410-WA0016Falls Ihr shoppen wollte – haltet Euch in den kleinen Gassen auf – Zara, Mango, H&M usw. habt Ihr auch Zuhause. Die kleinen Gassen im gotischen Viertel haben viele Schöne Sachen zu bieten. Die Preise sind völlig ok für die Qualität.

Revolutionaries wait
For my head on a silver plate
Just a puppet on a lonely string
Oh who would ever want to be king?

Abends muss man sich dran gewöhnen, das die Leute einem ständig ihr Bier verkaufen wollen. Mich störte es nicht sonderlich, da sie nicht sehr aufdringlich waren, und etwas Legales verkaufen. Und übertrieben teuer war es auch nicht. Es war ein Urlaub der Abenteuer – Spaß – Kultur – Alkohol – wahnsinns Essen und Kartenspiele beinhaltete. Und ich würds jederzeit wieder machen – auch wenn ich jetzt 4 Kilo mehr auf die Waage bringe!

Keep your Head up – and your Heart strong

5 replies »

  1. Barcelona ist wirklich wunderschön. Wir haben es uns nach einer 200km Katalonien-Wanderung in Barcelona 5 Tage gut gehen lassen. 🙂 Zu Fuß erlebt man nochmal alles intensiver. Gut man hätte die vielen km bis zum Stadion nicht laufen müssen, aber wir habens durchgezogen. 😛 Selbst irische Pubs sind in Barcelona super und vom Essen brauchen wir ja gar nicht erst reden. Alles einfach nur toll. 🙂

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  2. barcelona! meine große liebe.
    einmal verliebt, hält es für ewig! 🙂
    ich kann dir empfehlen, auch mal an dem letzten septemberwochenende hinzufliegen. ein jährlich wiederkehrendes spektakel. ein riesiges fest. die ganze stadt ist am feiern. 🙂
    danke für deinen wunderbaren bericht. so konnte ich einmal mehr da sein.

    Gefällt 1 Person

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