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Sex sells – oder nicht?

Nacktheit ist aus der heutigen Welt kaum noch wegzudenken. Sie ist in Tageszeitungen, Magazinen, im Fernsehen, in Filmen und sozialen Netzwerken zu finden. Doch ich schreibe hier nicht nur über Nacktheit, sondern schlicht und einfach über Sex.

Warum ich darüber schreibe? Weil viele Personen sich im Internet über dieses Thema informieren wollen und manche dann auf meine Seite kommen. Hier ein Bruchteil der Sachen die dann gesucht werden:

  • Was suchst du auf Tinder?
  • One-night-stand Finder
  • Tinder Sex-Date
  • One-Night-Stand-Tinder

Und mein ganz persönlichen Favoriten:

  • Wohin als Sextourist
  • One Night Stand Finder App free

Und nicht das ich perverse oder anrüchige Sachen schreibe, dabei handelte es sich um Einträge über Tinder und Tunesien. Aber zurück zum Thema. Sellt Sex noch, wenn es alle gratis wollen? Angeblich ist Prostitution das älteste Gewerbe überhaupt, ob dem wirklich so ist, kann ich nicht bestätigen. Da ich selber nicht sehr viel mit diesem Thema zu tun habe, berichte ich aus der Sicht von Freunden und Fremden, die damit mehr oder weniger konfrontiert sind und waren:

Sextourismus in Afrika:

Ein Freund, lebt nun seit einigen Jahren in Gambia. Er kennt die Einheimischen, die Touristen und das ganze Leben dort. Als er mir erzählte, wie es dort zugeht, war ich schockiert. Auf die Frage, „wie läuft das denn überhaupt ab?“ fing er an zu erzählen:

Naja, zu Beginn ist es meistens relativ normal und gesittet. Es ist eine Geschäftsbeziehung, die der Prostitution gleicht, nur will niemand den Teufel beim Namen nennen. Die Männer sprechen die Frauen an oder umgekehrt. Zuerst wird nur geredet. Die Frauen die kommen, zumindest die meisten, wissen was sie hier und generell in Afrika finden können. Sie sind alle samt Frauen, deren Selbstwertgefühl schon so geschädigt wurde, dass sie glauben die wahre Liebe nur hier finden zu können. Doch die Männer, sofern es tatsächlich schon Männer sind, da viele Minderjährig sind, suchen keine Liebe. Viele Frauen sind älter, geschieden, verwittert, oder haben bis jetzt noch keinen Mann finden können. Ich wurde auch schon einige Male angeflirtet, aber ich hab ja zum Glück ein geregeltes Einkommen und eine liebenswerte Freundin. Auf jeden Fall, wenn sich ein Pärchen „gefunden“ hat, läuft es fast immer gleich ab: sie reden, er ist der Charmeur und Gentleman den Die Frau ihr ganzes Leben gesucht hat, und sie verliebt sich. Er hat kein Geld, also bezahlt sie alles, macht ihm Geschenke und führt ihn teuer zum Essen aus. Wobei hier das Leben günstig ist. Das Ziel des Mannes ist nicht nur das Geld, sondern auch die Aussicht auf Hochzeit und ein Leben fernab der armen Heimat. Viele haben es schon geschafft und leben jetzt mit ihren Ehefrauen in der ganzen Welt. Einer, der in Belgien lebt, schickt noch regelmäßig Geld her, zu seiner Herzensehefrau und seinem Kind. Seine Frau in Belgien weiß davon natürlich nichts. Einmal im Jahr kommt er alleine und einmal mit seiner Frau. Einige Männer haben mir erzählt, dass es nur am Anfang schwer ist, mit jemandem zu schlafen den man nicht attraktiv findet, doch das es Tipps und Tricks gibt. Keiner der Männer was bis jetzt wirklich an einer der Frauen interessiert, doch viele sehen es als einzigen Ausweg um ein „besseres“ Leben zu führen. Und solange alte, verzweifelte Frauen aus Europa kommen, wird es den Sextourismus hier weiterhin geben.

Kinderprostitution in Thailand:

Ein weiterer Freund von mir, verbachte die letzten Jahre viel Zeit in Thailand. Er kaufte sich dort vor Jahren ein Haus und lebte seit dem mindestens 8 Monate im Jahr dort. Obwohl er schon älter war, konnte er zu einer Partynacht nur selten „nein“ sagen, im Herzen ist er einfach jung geblieben. Ihn fragte ich ebenfalls, und er antwortete mir:

Ich wünschte das Problem wäre „normale“ Prostitution. Obwohl dieses Business schon schlimm genug ist, ist es mit Kindern einfach noch viel schlimmer. Kinderprostitution ist zwar verboten – doch vor allem wenn es dunkel ist, kann man das Altern nicht wirklich abschätzen. In den meisten Clubs rede ich nur noch mit dem Personal oder meinen Freunden, aus Angst möglicherweise mit einem Kind zu reden, dass zu etwas Schrecklichen gezwungen wird. In den Clubs sind es vor allem Mädchen, ich glaube die Jungs sehen einfach noch zu jung aus. Personen, die aus diesem Grund nach Thailand kommen, verabscheue ich. Die wissen genau wie das abläuft, wen man ansprechen muss und wie man sich benehmen muss. Ich konnte es immer wieder beobachten, wie Männer in die Clubs kamen, gezielt zu einem anderen Mann gegangen sind und dieser hat dann die Mädchen herbestellt. Einer nach der anderen, bis eine gefunden wurde die optisch den Vorstellungen des Kunden entsprach. Dann sind sie verschwunden, wohin kann ich nicht sagen. Die meisten dieser Armen Kinder, kommen aus armen Regionen am Land, wurden entweder entführt oder verkauft. Angeblich sind viele von den Philippinen, das kann ich aber nicht bestätigen.

Prostitution in Österreich:

Ich hatte einmal die Gelegenheit mit einer Prostituierten zu sprechen, aber ich gebe zu, sehr wohl war mir dabei nicht. Es lag nicht an ihr als Person, sondern an ihrem Beruf. Sie erzählte mir mehr als sie vermutlich durfte, aber ich merkte dass es ihr einfach wie ein Stein auf der Seele lag. Es war in einem Club und sie war schon ein wenig betrunken. Dieser Umstand lockerte vermutlich ihre Zunge. Sie war wirklich hübsch und damals maximal 26 Jahre alt. Sie kam ursprünglich aus einer kleinen Stadt in der Slowakei. Mit 17 hatte sie ihre ersten Kontakte mit Bordells, durch ihren damaligen Freund, der als Security in einem arbeitete. Schneller als sie denken konnte, versprach man ihr Geld, Ruhm, Ehre und Erfolg. Und das Ganze in einem Business in dem es eigentlich weder Ruhm noch Ehre geben kann. In Österreich arbeitete sie zuerst als Kellnerin und später als Prosituierte. Sie erzählte, dass die Kunden immer mehr wünschen, aber immer weniger dafür bezahlen wollen. In dem Haus, in dem sie arbeitet wohnt sie auch. Sie hat ein kleines Apartment, gemietet, bestehend aus einem kleinen Bad, einem Vorraum und dem Schlaf- und Wohnbereich. In diesen Räumlichkeiten arbeitet sie auch. Ich fragte sie, ob sie sich denn so jemals zurückziehen kann. „Nein, auch wenn ich nicht arbeite, irgendjemand arbeitet immer, und die Wände sind dünn, so dass man alles hört. Und ich muss ständig putzen und waschen, weil ich nicht schlafen kann wenn es nach den Kunden riecht“. Sie erzählte auch darüber, dass sie nicht abschalten kann, da sie ständig an vergangenes Denken muss. An brutale Kunden, an nette Kunden, an ekelhafte Kunden und an ihre Eltern, von denen sie lange nichts mehr gehört hat. Viele Kunden vergessen oft, das Prostituierte auch Frauen mit Gefühlen sind, dieser Umstand macht ihr Leben nur schwerer. Glücklich über ihren Beruf ist sie nicht – doch sie sagte auch, dass sie es gut erwischt hat. Die Betreiberin des Bordells ist eine Frau, bei der man Schulden (wenn man die Miete in einem Monat nicht zahlen kann) auch abarbeiten kann, nicht immer, aber oft. Die Chefin hat auch eine kleine „Bibliothek“ eingerichtet, damit die Prostituierten besser Deutsch lernen. Ihr Traum ist es, als Kellnerin zukünftig ihr Geld zu verdienen und einen netten Mann zu finden, der sie samt ihrer Vergangenheit akzeptiert.

Nach dieser Nacht sah ich sie nie wieder, nicht einmal ihren Namen weiß ich leider. Jedoch hoffe ich, dass sie mittlerweile den Mann ihrer Träume gefunden hat und als Kellnerin arbeitet.

Ich habe schon von einigen eher jüngeren Männern gehört, dass sie nicht auf der Suche nach einer Beziehung sind, sondern einfach nur Sex wollen. Sie wollen weder dafür zahlen, noch weit fahren, oder sonst irgendwas dafür tun. Tinder ist für viele eine gute Alternative – da man weder viel Zeit und Geld investieren muss. Sie wollen einfach nur schnell und unkompliziert mit so vielen Frauen wie möglich schlafen, ganz einfach.

Doch wohin führt das Ganze?

Keep your Head up – and your Heart strong.

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