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Verstehen Männer was Frauen sagen?

Vorab: Entschuldigung an alle Gefühle die ich mit dem Titel verletzt habe. Und falls ich tatsächlich jemanden verletzt, oder wütend gemacht habe, liest doch bitte weiter, um zu verstehen, wie ich es meine. Und falls Ihr mir diese Chance nicht geben möchtet, nehme ich an Ihr seid Männer 😉

So, genug mit dem frechen Necken von Personen die ich vermutlich nicht einmal kenne. Männer hören natürlich zu. Sie hören, dass jemand redet. Ob sie es auch registrieren und in ihrem Gehirn verarbeiten, ist eine andere Frage. Ob es daran liegt, dass er nicht zuhört ist natürlich möglich, doch auch ein wenig fragwürdig. Möglicherweise löscht das Kurzzeitgedächnis auch automatisch alles was Frauen sagen, kann auch sein. Halte ich jedoch auch für unwarscheinlich. Doch was ist dann das Problem? Damit Ihr mich ein wenig besser versteht, hier die (eine von vielen) dazugehörige Geschichte:

No you don’t have to wear your best fake smile
Don’t have to stand there and burn inside
Oh oh oh, if you don’t like it.

Es war einmal….

Vor rund einer Woche, lud mich ein Bekannter in eine Bar ein. Ich hatte ihm schon 2-3 Mal abgesagt zuvor, weil ich wirklich beschäftigt war. Er war dort mit einem Freund und obwohl ich relativ müde war, entschloss ich mich hinzugehen, da es direkt um die Ecke war. Ich kam dort an und wir saßen dann zu dritt da und tranken Bier. Es war nett, aber nicht besonders aufregend. Ich merkte relativ schnell, dass ich mit zwei Typen unterwegs war, die wirklich kein Blatt vor den Mund nahmen. Ich erfuhr, dass der Freund seine Freundin schon betrogen hat und gerne mit mir schlafen würde und es auch täte, wenn er seine Freundin nicht hätte. Wirklich? Sein Ernst? Der andere, nennen wir ihn Markus, mein Bekannter, erklärte immer wieder wie man richtig mit Frauen umgeht, aber übertreibte maßlos als ich sagte ich hätte früher Pole-Dance gemacht und dass ich reiten gehe. Das er gefühlte 20 Minuten über sein bestes Stück sprach, wage ich an dieser Stelle kaum zu erwähnen. Sein Freund ging irgendwann und wir zwei blieben zurück. Lange wollte ich eigentlich nicht bleiben, aber er hörte nicht auf Bier zu bestellen, was mich schon ein wenig nervt.

She’s working late and making eyes at the door
She’s sick of everybody up on her floor
She wants the sun in her eyes but all she gets is ignored
She used to put it out and get it all back
but now she’s slipping trying to carry the act
She’s sweating under the lights, now shes beginning to crack.

Dann aus dem Nichts fragte er mich über meinen Schweden-Urlaub aus, und ob ich mir gewünscht hätte, das der Freund aus Schweden und ich ein Paar wären. „Ja! Verdammt ja!“ kam aus meinem Mund geschossen. Er selbst zog nach Schweden zu seiner Ex-Freundin. Also sprachen wir über ihn, seine Ex-Freundin und über mich. Darüber, dass es momentan keinen anderen für mich gibt. Das ich momentan auch keinen anderen will. Wir sprachen lange darüber, wirklich lange. Später, erzählte er von seinen Ex-Freundinnen, die verrückt nach ihrem Aussehen waren und Stunden im Bad verbrachten. Als ich ihm erklärte, dass ich nicht einmal geschminkt war, geschweige denn Schminke dabei hatte, konnte er es nicht glauben. Ich war von seiner Reaktion mindestens genau so überrascht, wie er von meiner Aussage.  Kurz darauf, setzte sich die Kellnerin zu uns, und ein anderer Kunde der mich schon eine Weile beobachtete. Die beiden fingen gleich mit einer Art Konkurrenzkampf an, was für mich so lächerlich wurde, dass ich nur noch mit der Kellnerin sprach. Irgendwann wurde es mir dann wirklich zu blöd und ich ging. Der Fremde, der sich zu uns an den Tisch setzt begleitete mich netterweise nach Hause.

No you don’t have to wear your best fake smile
Don’t have to stand there and burn inside
Oh oh oh, if you don’t like it.

Den gesamten Rückweg, sprach ich nur von der Taube, die verletzt vor dem Haus saß. Und davon, das ich dankbar bin, dass er mich heimbrachte. Und davon, dass Markus keine Chance bei mir hat, da das momentan niemand hat. Da ich mein Handy nicht dabei hatte, bat ich ihn, die Tierrettung anzurufen. Komischerweise erreichte er niemanden. Anscheinend hat ihn mein Gerede über Tauben so angemacht, dass er direkt meinte: „Es gibt jetzt zwei Optionen: Entweder du nimmst mich mit nach oben, oder ich geh nach Hause“. Wirklich? Sein Ernst? „Wenn ich dich mit nach Oben nehme, kannst du mir zu sehen wie ich das Geschirr abwasche“ antwortete ich harsch. Warum auch immer wollte er mich dann küssen. Also wirklich, das war DER Moment zu gehen. Zähneputzen, duschen und ab ins Bett. Das war der Plan. Kurz nachdem ich meinen Pyjama anhatte, wurde dieser von einem hysterischen Markus durchkreuzt der mich noch unbedingt sehen wollte. Wirklich? Sein Ernst? Ich ging also im Pyjama und mit Handy auf die Straße und rief während ich gewartet habe die Tierrettung an. Tatsächlich hob jemand ab, und garantierte mir die Taube abzuholen.

And you don’t have to care, so don’t pretend
Nobody needs a best fake friend
Oh oh oh don’t hide it.

Aufeinmal kam mir jemand entgegen gelaufen. Zuerst dachte ich ein Jogger, der mitten in der Nacht noch sportlich unterwegs ist. Nein es war Markus, der 10 Meter gerannt ist, aber so aussah, als hätte er an einem Triathlon teilgenommen. Ich wollte nur wissen, was er von mir wollte um so schnell wie möglich ins Bett zu kommen. Es war der Klassiker: Eifersucht. Moment. Wirklich? Sein Ernst? Wir kennen uns eigentlich kaum, geschweige denn sind wir zusammen. Außerdem erklärte ich ihm doch ewig lang, dass ich mein Herz in Schweden verloren hab. Er mochte mich schon seit längerer Zeit. Wirklich? Sein Ernst? Das letzte Mal als ich ihn sah, buchte ich gerade meinen Flug nach Schweden, er saß neben mir als ich und eine Freundin darüber sprachen, wie nervös ich deswegen bin und wie sehr ich mich freue. Aber egal. Auf jeden Fall, mochte Markus mich sehr. Und kam mir viel zu nahe. Ich wollte seine Nähe nicht. Er wollte, dass ich ihm Hoffnung mache, weil ich ja momentan nicht wüsste was ich will. Wirklich? Sein Ernst?

No hesitation, now she gets up and walks
she thinks of all the pain and the pride that it cost,
she empties all the tip jars, it won’t get back what she lost.

Ich weiß genau was ich will. Nein, ich weiß wen ich will. Natürlich kann sich das ändern, ich kann nicht in die Zukunft sehen, doch momentan, wusste ich was ich wollte. Und dann schon wieder, nach der Eifersuchtsattake wollte er mich küssen. Wirklich? Sein Ernst? Ich bin doch keine gratis-Küssen-verteil-Tante. Nein, einfach nein. Ich wollte ihn nicht küssen, weil er nicht die Person war die ich küssen wollte. Und sein Atem stank fürchterlich nach Zigarette. Und seine Augen waren schon total gläsrig und rot. Wir einigten uns auf ein Bussi auf die Wange. Mein Bussi war schnell, trocken und sachlich. Sofern ein Bussi sachlich sein kann. Er gab mir auch eins, doch igitt. Er gab meiner Wange einen Zungenkuss. Das war ja ekelhaft. Und aufhören wollte er auch nicht damit. Wirklich? Sein Ernst? Angewidert rannte ich schlussendlich zu mir. Igitt. Ich hab mir mein Gesicht mindestens zwei Mal gewaschen.

Outside the windows with two fingers to show
She lifts her head up just to blow out the smoke
She doesn’t have to look back to know where she’s got to go.

Schlussendlich, stellte ich mir nur eine Frage: Verstehen Männer was Frauen sagen?

Keep your Head up – and your Heart strong.

PS: Das Lied ist von James Bay und heißt „Best Fake Smile“.

16 replies »

  1. Ich denke nicht, dass es so einfach ist alle Männer (oder alle Frauen) über einen Kamm zu scheren. Vieles was du beschreibst kennen so viele als Pfauenverhalten – und „wenn wer anderer mein Spielzeug will, dann wird es wieder interessant“….
    Lustig (wirklich gelungen) finde ich deine Beschreibung des WIE. Kompliment – gelungener Artikel.

    (Aber ich kann dir versichern, es gibt auch Männer, die wirklich anders sind.)

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  2. Wenn du den beiden eine Freude machen möchtest, dann schenk ihnen doch das Buch »Du kannst mich einfach nicht verstehen: Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden« von Deborah Tannen;-)

    Allerdings vermute ich, dass deren Absichten in eine andere Richtung gingen…

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    • Also schenken möchte ich den beiden Herren lediglich ein wenig gesunden Menschenverstand – doch der ist im Supermarkt leider vergriffen.
      Mister ich-möchte-andere-Wangen-abschlecken hat mittleriweile sogar eine Freundin, die möglicherweise darauf steht!
      Den anderen Kerl habe ich seit dem Abend nicht mehr gesehen…

      Gefällt mir

  3. Ich glaub du solltest deine männliche Gesellschaft besser auswählen, ich bin fast ausschließlich mit Männern befreundet und deine Beispiele fallen wohl unter die Kategorie „Depp“ (die es eindeutig gibt, aber lang nicht so verbreitet ist, wie man nach einem Besuch in ner Bar annehmen könnte)

    Gefällt 2 Personen

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