Reisen

Der Grüne See

Habt Ihr schon mal den grünen See gesehen? Oder kennt Ihr den grünen See überhaupt? Es ist ein wundervoller See, glasklares, türkisfarbenes Wasser und rundherum Berge. Ein stiller, einsamer und fantastischer Ort.Zwei Tage nach meiner Rückkehr von meinem Schweden-Dänemark Urlaub, beschlossen meine Schwester und ich wieder ein wenig Zeit miteinander zu verbringen. Da sie in Frankreich wohnt und ich in Österreich, sehen wir uns nicht sonderlich oft.  Da ich schon vor Jahren von grünen See gehört habe, beschlossen wir dorthin zu fahren. Ich bat sie (da ich zu dem Zeitpunkt noch in Kopenhagen war) nach möglichen Unterkünften zu suchen. Relativ schnell entstand die Idee dort zu Campen. Campen? Das letzte Mal als ich in einem Zelt schlief war auf einem Festival. Und sonderlich viel geschlafen habe ich dort nicht. Aber gut, wieso denn auch nicht? Die Ausrüstung haben wir ja schließlich. Wir packten das Auto voll, machten einen kurzen Stopp für Proviant beim Supermarkt und fuhren los. Genauso gut hätten wir für zwei Wochen verreisen können, so voll war das Auto.

I’ll wait around for days
This porch on which I pace
I need you mine I need me yours
Da wir an einem Donnerstag, nach meiner Arbeit losfuhren, kamen wir erst gegen Abend am Campingplatz an. Erste Frage: Wie läuft das hier jetzt ab? Sichtlich verwirrt liefen wir herum, bis uns ein netter Herr, dem dieser Platz offensichtlich gehörte ansprach und uns alles erklärte. Zelt aufgebaut, Sachen verstaut, zu Abend gegessen, jetzt waren wir bereit. Erstaunlich wie viele professionelle Camper hier waren, die fast schon Zelt-Städte errichtet haben. Wir lagen nebeneinander im Zelt, unsere Köpfe aus dem Zelt gestreckt und bestaunten den schönen Himmel. Ich lag in meinem Schlafsack, meine Schwester auf und unter einer Decke. Sehr improvisiert halt. Die Nacht war eisig. Wer konnte ahnen, dass die Nächte am Land so viel kälter sind als in der Stadt wenn es tagsüber knapp 40° hat? Während alle anderen Campingbesucher in ihren langen Hosen und Pullis schliefen, hatten wir kurze Shorts und ein T-Shirt an. sieben Sternschnuppen sah ich. Ab der 5 wusste ich schon garnicht mehr was ich mir wünschen sollte. Nach einer durchgefrorenen Nacht wanderten wir am nächsten Morgen zum grünen See.
gruenersee2015st.illgen
Die Wege die zum See führten waren wirklich schön. Und wie es typisch am Land ist, wurden wir von allen Personen die wir auf unserer Reise trafen gegrüßt. Der See selber war leider nicht mehr sehr tief. Im Frühsommer kann er bis zu 10 Meter tief sein, als wir da waren, war er gerade mal einen Meter tief. Obwohl das Wasser eiskalt war, und eben nicht sonderlich tief, war es die Reise wert. Wir planten eigentlich den Tag am See zu verbringen und schwimmen zu gehen. Hätten wir uns vorher informiert, hätten wir gewusst dass das Wasser nur in seltenen Fällen wärmer als 7°. Es war eiskalt. Aber gut, wir beschlossen einfach wandern zu gehen. Wir fuhren zu einem Restaurant nach St. Illgen, und verbrachten die restliche Zeit unseres Spontan-wander-trips auf einem Berg. Ohne Empfang. Total abgeschieden von der restlichen Welt, wussten wir zeitweise selber nicht wo wir eigentlich waren.
Are your eyes traveling elsewhere
You need to know I got the bones rolling hard against the floor
And if you left I’d break until the little pieces felt no more
Es war wundervoll! Zeit nur für uns. Zeit um Abstand vom Alltag zu bekommen. Und die frische Luft. Einfach toll. Da das Wetter am Samstag nicht mitspielte, beschlossen wir einen Stopp in Graz zu machen und dort zu Mittag zu essen. Davor mussten wir aber noch unsere Sachen zusammenpacken. Ich glaube, einige Personen lachten uns aus, als sie sahen dass wir es nicht auf Anhieb schafften das Zelt zusammenzubauen. Aber lustig wars. Als wir von Graz zurückfuhren, nahmen wir einen Tramper mit. Ein junger, ein wenig miefiger Mann aus der Slowakei. Er ist 25, heißt Martin, hatte einige sehr anstrengende Tage hinter sich, und erklärte uns auf der ganzen Fahrt, dass er nun zu alt zum wandern ist, und es Zeit für ihn wird zu heiraten und Kinder zu kriegen. Ich wünsche ihm alles gute!
Die beiden Fotos habe ich auf unserer Wanderung aufgenommen, um Euch zu zeigen wie schön es da war! 🙂
Keep your Head up – and your Heart strong.
PS: Das Lied ist von Wild Child und heißt „Crazy Bird“.

9 replies »

  1. Ich mag, wie Du die Gegend beschrieben hast, vor allem den Teil mit den Sternschnuppen, fand ich sehr schön, weil er ein bisschen Einblick gibt, in was für eine Person Du bist 🙂 Und (nahezu) wunschlos glückliche Personen sind mir immer eine Inspiration. Mit den Bildern hast Du sogar mir ollem Wandern-Hasser fast schon ein bisschen Lust auf frische Gebirgsluft und den Bergsee gemacht. 😀

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    • Es war eine wundervolle, klare nicht. Und wirklich sehr kalt! Und wie kleine Kinder schrien wir abwechselnd „Da! Da war eine, hadt du sie gesehen?“. es war wirklich toll. Ich war früher auch kein wander-Freund, aber mittleriwese find ich es toll. Kein Stress, und einfach dahin gehen wohin du willst und die Aussicht genießen 🙂

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  2. Die Gegend rund um den Grünen See ist meine Heimat – einfach traumhaft dort. Im Frühsommer, wenn der See genug Wasser hat, kann man dort super tauchen! Aber auch zum Spazieren oder Wandern zieht es mich immer wieder hin.

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