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Alles zu logisch.

Es fällt mir wirklich schwer logisch zu denken. Ich denke viel lieber und besser kreativ und kompliziert. Um es Ziel zu erreichen kann man tausend verschiedene Wege gehen, warum immer den einfachsten nehmen? Selbst wenn man sich verläuft und wieder von vorne beginnen muss, kann diese “ Reise “ das Abenteuer schon wert gewesen sein, oder?

Mein ganzes Leben ist schon irgendwie ein komplizierter Weg, voller Stolpersteine, Spaß, Freunden, Liebe und Bärenfallen. Die einfachen Wege sind irgendwann langweilig geworden. Ob es klug ist Dinge zusammenzubauen ohne sich die Anleitung anzusehen, darüber lässt sich diskutieren. Dass es in den meisten Fällen länger dauert und viel mühsamer ist, stimmt vermutlich auch. Doch ich gebe zu, es macht mir einfach viel mehr Spaß. Und so sieht eigentlich auch mein Leben aus: Es gibt keine Anleitung, keinen Plan. Ausziehen, einziehen, ausziehen, zurückziehen, Land wechseln, zusammenkommen, Schlussmachen, blind in einen Job: hab ich alles durch. Und es waren alles gute Entscheidungen. Viele waren nicht wirklich logisch.

I’ll be your hummingbird
I will fly across the world
And get you things that you don’t need
Cause your a fucken drama queen

Denn aus der Eigentumswohnung des Freundes ausziehen (obwohl man eigentlich noch nicht wirklich eingezogen ist) um wieder bei den Eltern zu wohnen wäre nachvollziehbar, wenn die Beziehung zu dem Zeitpunkt schon am Ende war. War sie aber nicht, erst einige Monate später. Einen Job kündigen und einen anderen blind annehmen „wegen einem guten Gefühl“, darüber lässt sich auch streiten. Oder sich einfach mal tätowieren lassen, weil man das Gefühlt hat es jetzt unbedingt tun zu müssen. Oder nach Dänemark und Schweden fliegen, einfach so. Okay, ich gestehe, nicht einfach so, und jetzt kommen wir auch zum tatsächlichen Thema.

And I’ll be your noble steed
Cause you can’t get enough of me
And never ask me how I feel
Always asking me to leave

Ich habe im Oktober 2014 eine “Bande” Schweden kennengelernt. Wir hatten wirklich sehr viel Spaß zusammen, und genossen die 24 Stunden die wir miteinander verbrachten. Es floss reichlich Alkohol, denn wir waren am Oktoberfest. Folglich erinnerten wir uns nicht mehr an alles, aber wir wussten wir haben uns sehr gut verstanden. Ich war überrascht wie höflich, freundlich und zuvorkommend Menschen sein können. Sie wussten wann wir vor hatten abzureisen – einen Tag nach ihnen – und als wir uns auf dem Heimweg befanden fragten sie uns per SMS ob wir denn schon gut daheim zu Hause angekommen wären, und wie denn unser letzter Abend war. Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, doch nicht mal mein Freund fragte mich das in der Zeit.

Don’t take what you don’t need, from me
Cause I can tell you been looking at me
Your crystal ball so desperately
I can tell you’re up to no good, up to no good

Und naja, wie es halt so ist, folgten darauf Monate in denen wir sehr viel Zeit miteinander verbachten. Vorallem einer von ihnen mit mir. Gesehen haben wir uns nicht, wir schrieben, Tag ein, Tag aus. Nichts romantisches, ganz normales Zeug, als würden wir uns schon ewig kennen. Warum auch nicht? Wir verstanden uns sehr gut, teilten denselben Geschmack und denselben Humor. So rein optisch war nicht so ganz mein Typ, er hat wunderschöne blaue Augen und ein tolles Lächeln, und 2 Schwalben tätowiert ( ich habe einen Kolibri tätowiert! Also hat er 2 Vögel und ich einen, zumindest am Körper, oder auch im Kopf). Aber sonst – sagen wir ich hätte nicht erwartet wie sich das alles so entwickelt.

Vor 2 Wochen mittlerweile, kam er mit einigen Freunden nach Wien. Ich sorgte für eine Unterkunft, und zeigte ihnen die Stadt. Nochmal: So höfliche und freundliche Menschen, unglaublich! Als wir am letzten Abend zu Abend gegessen haben, stellten sie fest, dass sie ihren Zug verpasst haben, und noch eine Nacht hier verbringen müssen. Danke vielmals, ein verpasster Zug brachte mir eine grandiose Erinnerung.

I can tell you’re up to no good, up to no good
I come and sit by you, a pick up line a drink or two
I can tell you’re up to no good, up to no good
I am your conscience clear
I can’t get you out of here

Um 5 Uhr in der Früh verabschiedeten wir uns, und sie verließen Wien. Der Alltag kehrte schneller zurück als ich dachte, sie brauchten noch ca. eine Woche um nach Hause zu kommen ( Interrail und Zugprobleme…). Ich treffe keine logischen Entscheidungen, ich entscheide spontan und aus dem Bauch heraus. Solange ich niemanden verletzte, tue ich was ich will und wann ich es will – deswegen fliege ich nach Schweden. Ich will keine Beziehung – will sie aber nicht ausschließen, denn warum sollte es einfach sein, wenn ich es auch kompliziert haben kann? 😉

Keep your Head up – and your Heart strong

PS: Das Lied ist von Jack Moy & Glöden und heißt “Hummingbird”. Es handelt sich dabei um eine schwedische Band.

2 replies »

  1. Hahahaha, kann ich sehr gut nachvollziehen, aber nur durch die Bauchentscheidungen bin ich da, wo ich jetzt bin und immer gluecklich, auch wenn es manchmal schwere Arbeit war…..nimm was Du brauchst, aber zahl‘ dafuer – oder trag die Verantwortung fuer alles was Du machst. Schwierge Situationen betrachte ich gern mit Abstand, also eher global, das macht es einfacher eine Loesung zu finden. Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Baeumen nicht.

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