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Let it out

Wut, Ärger, Groll, Hass u.v.m. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt an „Gefühlen“ die wir täglich empfinden. Doch wieso ist das so? Wieso lassen wir es zu das uns diese Emotionen derartig den Moment vermiesen?Ich bin niemand der wirklich wütend ist oder sich ärgert. Ja  früher vor langer Zeit, waren diese Emotionen mein täglicher Begleiter. Eine Kleinigkeit hat gereicht um den Topf zum überlaufen zu bringen. Irgendwie traurig, rückwirkend betrachtet. Lustigerweise, habe ich mich heute geärgert und war vermutlich auch ein wenig wütend. Ich sollte mich um 8 Uhr mit einer Freundin treffen. Als der Wecker in der Früh geläutet hat, wäre ich am Liebsten im Bett geblieben. Ich war einfach nur müde, ich hatte einfach zu wenig geschlafen und musste die halbe Nacht diskutieren. Als der Wecker geläutet hat, stand ich trotzdem auf, denn ich bin jemand der sogar noch krank ins Büro geht, bis dann irgendwann der Punkt erreicht wird, an dem es einfach nicht mehr geht – dann bleib ich zuhause. Heute war es aber nicht so. Gut ich war extrem müde, aber das war’s dann auch schon. Ab unter die Dusche, Frühstück vorbereitet und los ging’s. Ich schrieb der Freundin ein paar Nachrichten, bekam keine Antwort und ahnte schon Übles. Das sie immer zu spät kommt – weiß ich. Ich kenne sie ja schon lang genug.

This is my third breakdown this week
want to tell you why, but I can’t speak
wanna stand up, but I’m too weak
wanna run, can’t move my feet
not able to say what I please
stopped my emotional release

Ich fuhr also in die Stadt, mit dem Wissen im Hinterkopf, vermutlich mindestens eine Stunde warten zu müssen. Ich hatte zwar meinen Laptop dabei, aber trotzdem. Ich spürte es, dieses destruktive Gefühl in mir. Schön ist anders. Ich wollte mich nicht ärgern – ehrlich. Ich überlegte mir alle möglichen Strategien wie ich diesem Gefühl entgegen wirken kann.

Atmen – tief einatmen – ausatmen.

Gut das hat schon mal nicht geholfen. Möglicherweise hilft es ja anderen ( ausprobieren gerne erwünscht!), aber mir nicht. Ich überlegte weiter, ich wollte mich nicht ärgern oder wütend auf sie sein. Dann fiel mir auf, wie viel Beachtung ich diesem dämlichen Gefühl schenke. Eindeutig zu viel! Ich schenkte dem Gefühl dann einfach keine Beachtung mehr – wozu auf? Um dieses kleine gemeine Monster in mir zu nähren? Nein – nicht mit mir!  Und lustigerweise hat genau das funktioniert, dieses kleine Monster verschwand. Irgendwann tauchte auch meine Freundin auf, ich war wirklich froh, dass dieses unangenehme Gefühl zu diesem Zeitpunkt schon weg war.

Let locked everything inside myself
but not saying a word won’t solve my case
It don’t act just like me

Doch wieso lassen wir es so einfach zu? Wäre es besser die Wut und den Ärger auszuleben und ich weiß nicht – zu schreien? Vor einigen Tagen, saß ich mal wieder am Laptop und schrieb eine wichtige Arbeit. Ohne zu speichern natürlich – sonst gebe es diese Geschichte nicht. Obwohl die Geschichte gäbe es, wäre aber kaum erwähnenswert. Also ich schreibe an dieser schönen Arbeit – auf einmal schwarz. “ Der PC muss neu gestartet werden „. Er drehte sich ab, oder was auch immer um sich neu zu starten. Kein Ärger, keine Wut, kein Groll weit und breit. Viel mehr machte sich Verzweiflung und Panik breit, für einen Moment zumindest. Aber es gab keine destruktiven, negativen Gefühle. Meine Freunde versuchten mich zu beruhigen, obwohl ich total ruhig war. Gut ich war auf einmal ganz blass, immerhin war es ja doch eine Überraschung, aber ich war ruhig.

sing, if you feel like singing
Out scream, if you feel like screaming
wail, if you feel like wailing
just let it out
laugh, if you feel like laughing
cry, if you feel like crying
yell, if you feel like yelling
just let it out

Ich sammelte mich und fing einfach von vorne an. Ich überlegte immer wieder, dass das wirklich verschwendete Zeit war. Denn ich schrieb und schrieb, im Endeffekt für nichts. Möglicherweise habe ich Gedankengänge entwickelt, die ich später nicht entwickelt hätte – wer weiß. Ruhig, saß ich da und fing von vorne an. Im Moment finde ich es relativ witzig, ich regte mich über so eine vorhersehbare Kleinigkeit auf, aber nicht darüber, das meine Arbeit weg war? Klingt total unlogisch, oder? Ja sehe ich genau so. Das Lied ist von 3 Feet Smaller, einer österreichischen Band. Und ganz ehrlich, sie haben Recht. Tu was du tun musst damit es dir besser geht (ich will dabei nicht erwähnen müssen, das man dabei bitte niemand anderem Schaden soll). Man kann diese negativen Gefühle auch durchaus positiv nutzen, früher benutzte ich die Energie die auf einmal in mir steckte und machte Sport oder ähnliches. Man kann also aus allem, etwas positives machen. Man muss einfach nur herausfinden wie, klingt doch einfach, oder?

I swallow all my problems now
keep em inside, won’t let em out
I know I will explode one day

Letztens entwischte mir der neue Welpe von meinen Eltern. Das er mir entwischt war, bekam ich nicht mit. Aber als ich zu ihnen kam, konnte ich mir anhören wie schrecklich doch dieser Tag war, vor der Arbeit noch den Hund zu suchen. Mein einziger Gedanke war nur “ Sei doch froh das der Hund heil wieder da ist“. Ich war wohl die einzige die so dachte. Ich weiß nicht wie lang ich da saß, und zuhören musste wie anstrengend das Leben ist. Da ich nicht wollte, dass ihr Gejammer und ihre Wut sich negativ auf meine Laune niederschlagen, bin ich aufgestanden und gegangen. Ganz einfach so. Und es war ein tolles Gefühl.

Keep your Head up – and your Heart strong

2 replies »

  1. Hallo floggingmaria, das war gut „….bin ich aufgestanden und gegangen. Ganz einfach so. Und es war ein tolles Gefühl.“. Genau. Den ggf. noch folgenden Shitstorm muss man dann auch noch aushalten (lernen). Aber es lohnt sich.
    Ich kann das gut nachvollziehen, versuche auch immer wieder, gleich zu reagieren und nicht erst zu warten, bis der „Schädel“ platzt. Aber das schafft immer wieder Unverständnis bei den Mitmenschen. Gut, wenn es gelingt, das „Bewertungsritual“ zu unterbinden und gelassen zu bleiben. Hartes Training…. 🙂 Gutes Lied! Viele Grüße Willi

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    • Ja eine Art „Shitstorm“ folgte danach noch – aber wie gesagt, es war mir egal. Ich konnte mir anhören ich sei unverschämt, aber nachdem das nicht der Wahrheit entspricht, was solls. Es ist hartes Training, das stimmt, aber es lohnt sich! 🙂

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