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Excuse me, but I think I’m too young for you (2)

Und so lebten sie hoffentlich glücklich bis ans Ende Ihrer Tage, denn sie sahen sich hoffentlich nie wieder. Waren die Schlussworte des ersten Teils. Ich dachte wirklich die Geschichte wäre erledigt. Wie gesagt, dachte ich.Karl. Was ist nur los mit dir? Diese Frage stellte ich mir wirklich mehrmals. Aber nun gut, ich will ja von vorne Anfangen. für alle die den ersten Teil nicht gelesen haben, denen würde ich empfehlen dies nun zu tun. um 6:30 began ein relativ normaler Tag. Ich wachte auf, fragte mich wieso mich dieser Wecker immer aus den schönsten Träumen reißen muss ( Super-Mann und ich trafen uns zufällig und ich glaube es hätte nicht besser laufen können.. Abgesehen von der Tatsache, dass es ein Traum war 😉 ). Nach einer halben Stunde machte ich mich auf den Weg in die Arbeit. Ich hatte so viel zu tun, dass ich irgendwie zu gar nichts kam.

At ten in the morning
I was laughing at something
At the airport terminal
At nine in the evening
I was sitting  crying  to you over thephone

Es war wirklich ein stressiger, lustiger und schnell vergehender Tag. Ich packte meine Sachen zusammen und ging. Als ich auf der Straße ankam, sah ich Karl. Er kam geradewegs in meine Richtung, wirkte aber total orientierungslos. Was sollte ich tun? Weglaufen? Ignorieren? Wieder rauf ins Büro? Wäre alles relativ bequem gewesen. Ich blieb stehen und schaute ihn an. Er wirkte für mich so alt. Nicht alt in dem Sinne, dass er schon gesundheitliche Probleme hätte oder Ähnliches, das nicht. Aber zu alt um an meiner Seite zu sein. Er kam näher. Er ging schneller. Er strahlte über das ganze Gesicht. Ich hoffte noch immer, dass er nicht zu mir wollte, sondern sich nur verlaufen hat. “ Ich bin so froh dich gefunden zu haben!“ sagte er und versuchte dabei ruhiger zu atmen. “ Was willst du hier?! “ War meine Antwort.

I keep running around
Trying to find the ground
But my head is in the stars
My feet are in the sky
Well I’m nobody’s baby
I’m everybody’s girl
I’m the queen of nothing
I’m the king of the world

Er erzählte er wie er meine Firma googelte, dass er sich an meine Arbeitszeiten erinnerte und daran, dass er es probieren wollte. Er hätte es jeden Tag probiert. Er lud mich auf einen Café ein. Ich willigte ein, denn lernen hätte nach seinem Auftritt vermutlich nicht funktioniert. Er benahm sich wie ein echter Gentleman. Ich glaube aber in seiner Generation kommt das noch häufiger vor, als in meiner. Er sagte unsere letzte Verabschiedung und meine Worte hätten ihn verletzt. „Das tut mir leid, aber ich entschloss mich ehrlich zu sein, auch wenn meine Wortwahl möglicherweise nicht die schmeichelnste war“, entgegnete ich. Er redete so viel. So unglaublich viel. Als hätte ihm seit Jahren niemand zugehört. Dieser Gedanke machte mich ein wenig traurig, weswegen ich ihn reden ließ. Und er redete weiter. Seine Kindheit, seine Frauen, seine Probleme in der Schule, seine Wohnung, seine Kinder, seine Probleme mit seinen Kindern, sein Geschmack, sein ichweißnichtwasnoch. Er redete auch über mich und ich hatte das Gefühl, er sprach von einem Upgrade von mir. Eine total idealisierte Version von mir.

Now I wasn’t born for anything
Wasn’t born to say anything
I’m just here now and soon I’ll be gone
I’m nobody’s baby
I’m everybody’s girl
I’m the queen of nothing
I’m the  king  of  the  world

Als ich zur Toilette ging und aufstand, stand er ebenfalls auf, auch als ich wiederkam. Das machen Gentlemen einfach so. Hatte ich bis zu dem Moment noch nie erlebt. Er schaute mich an, als wäre er ein Hund der ein Leckerli möchte. “ Wohin führt das mit uns? Gibt es eine Zukunft? Ich sah dich und wusste ich empfinde etwas“, fragte er mich. Ich hätte ihm lieber ein Leckerli gegeben. Irgendwie lustig, wir befanden uns beide mehr oder weniger in der selben Lage, wir idealisierten einen Menschen und dann spielten unsere Gefühle verrückt. Idealisieren ist irgendwie auch so leicht. Ich war ehrlich und erteilte ihm eine Abfuhr. Er erklärte mir, dass der Mann der für mein Gefühls-Chaos verantwortlich ist weder in Wien ist, noch die selben Gefühle für mich hätte und das ich ihn vergessen sollte. Ich erteilte ihm keine gemeine Abfuhr, aber eine ehrliche. Er sagte, er könnte alles sein was ich brauche und was ich mir wünsche. Er könnte sich für Musik interessieren, oder alte Autos. Versteht er es nicht? Ich will einen anderen! Ich sagte ihm, dass ich im Moment mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt bin, mein Herz im Moment sowieso total bescheuert ist und dass er zu alt ist. Ich wiederholte es so oft bis er es verstand. Das dauerte ein paar Minuten.

Tell me something real
Tell me something true
I just want to feel there’s something left that I can do
But I’m nobody’s baby
I’m everybody’s girl
I’m the queen of nothing
I’m the king of the world

Kennt ihr das, wenn sich der Gesichtsausdruck eines Menschen langsam verändert und man merkt das jegliche Hoffnung gestorben ist? So war das bei Karl. Von Sekunde zu Sekunde konnte ich es ganz genau beobachten. Mir kam es vor als wären wir seit Stunden in diesem Café, dabei war es gerade einmal eine Stunde. Er zahlte und bat mich sitzen zu bleiben, nur für einen Moment, er müsste ganz schnell etwas regeln. Ich gehorchte und blieb sitzen. Einige Minuten verstrichen bis er wieder kam. Mit Blumen. Vielen Blumen. Als er sie mir mehr oder weniger in die Hand drückte, sagte er “ Auch wenn ich keine Chance habe, will ich keine Chance verpassen“. Ich bedankte mich, und sagte ihm, falls er noch einmal vor meinem Büro auflauern würde, würde ich die Polizei rufen. Möglicherweise ein wenig hart, aber es nahm doch sehr „stalkerische“ Züge an, das Ganze hier.

Watch it all go down like the stone in the stream
Fall  for your  reflection,  drown  in  the  tree

Und so lebten sie hoffentlich nun wirklich glücklich bis ans Ende Ihrer Tage, denn sie sahen sich hoffentlich nie wieder.

Wie seht Ihr das mit dem Altersunterschied?

Keep your Head up – and your heart strong

PS: Auf dem Bild war ich ca 2 Jahre alt und erfreute mich daran selbstständig zu essen. Karl war da schon 38 und Vater. Interessanter Fakt, oder?

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